Weihnachtsgeschenke kaufen

Spontan und alle Jahre wieder

Weihnachtsgeschenke auf dem Weihnachtsmarkt kaufen

Foto: Gellinger @ pixabay.com

Häufig wird das Weihnachtsgeschenke kaufen als Stress erlebt, da Weihnachten, paradoxerweise, alle Jahre wieder sehr spontan vor der Tür steht. Da stellt sich die Frage, wie man auf die Schnelle das „richtige Geschenk“ findet.

Man könnte irgendwas kaufen, die Kaufhäuser und das Internet sind voll mit Dingen, die man unproblematisch kaufen kann und in jeder Preisklasse findet. Aber es ist nicht egal, was wir verschenken. Das Geschenk soll was hermachen und den/die Beschenkte/n beeindrucken. Es sagt etwas darüber aus, wie gut wir den anderen Menschen kennen und wertschätzen. Im besten Fall hat das Geschenk für den Anderen auch einen Nutzen bzw. eine Funktion im Alltag und ist nichts, was weggeworfen wird, sobald der/die Schenkende abgereist ist, oder in den Untiefen des großen Schranks verschwindet.

Ein passendes Geschenk zu finden, kann auch mit einem schlechten Gewissen einher gehen. Schließlich hätte man das ganze Jahr Zeit gehabt, etwas passendes zu kaufen, aber dann hechtet man doch wieder auf den letzten Drücker los. Laut Forsa Studie kaufen 41% der Menschen die Weihnachtsgeschenke vor Mitte November, davon 13% im gesamten Jahresverlauf. 31% kaufen Ende November/Anfang Dezember die Geschenke, 14% Mitte Dezember und 10% in den letzten drei Tagen vor Weihnachten. (Quelle)

Beim Einkaufen belastet einen dann nicht nur der selbst gemachte Stress, sondern auch die vielen anderen Menschen, die auf der Jagd nach Geschenken durch die Stadt rennen. Außerdem sind die Läden unerträglich überfüllt und das Personal häufig unfreundlich. Insgesamt ist die Stimmung nicht so, wie man sich das vorgestellt bzw. erwünscht hatte. Richtig frustrierend wird es, wenn man scheinbar nichts Passendes für die Personen findet, die man beschenken wollte. Die Geschenke online einzukaufen scheint eine gute Alternative zu sein, um den anderen Menschen aus dem Weg zu gehen. Nervige Verkäufer gibt es da auch nicht. Allerdings sind die anderen Menschen nicht ganz verschwunden. An immer mehr Artikeln im Onlineshop steht „ausverkauft“, „in 4 Wochen wieder lieferbar“. Da sind also die anderen Menschen, die uns die Geschenke vor der Nase wegschnappen. Ganz am Ende der Odyssee, wenn sich nichts finden lassen will, bleibt immer noch einen Gutschein oder Geld zu schenken. Das ist allerdings sehr unindividuell – aber besser als nichts. Rund 50% planen 2014, Gutscheine oder Geld zu verschenken. Das macht sie in diesem Jahr zu den beliebtesten Geschenken auf Deutschlands Gabentischen. (Quelle)

Was für eine schöne Bescherung

Anders als bei Geburtstagen, die zwar auch häufig sehr spontan auftauchen, aber über das ganze Jahr verteilt sind, brauchen wir zu Weihnachten viel mehr Geschenke auf einmal. Hinzu kommt, dass je nach Familienverhältnissen und religiöser Wichtigkeit des Weihnachtsfestes, die Geste des Schenkens eine noch größere Bedeutung bekommt als an Geburtstagen. Die Familie kommt zusammen und sitzt nach dem Gottesdienst (in den Weihnachtsgottesdienst gehen ca. 46% der Menschen, Quelle) feierlich auf dem Sofa neben dem festlich geschmückten und erleuchteten Tannenbaum. Die Bescherung kann dann auch im herkömmlichen Sinne verstanden werden: die Überreichung der Geschenke, oder aber auch im umgangssprachlichen Sinne als unangenehme Überraschung. Wer kennt das nicht aus Kindertagen. Eigentlich ist alles herrlich weihnachtlich und schön, aber der Weihnachtsmann hat nicht „die richtigen“ Geschenke gebracht. Nicht selten gibt es Tränen unterm Tannenbaum.

„Die Ware Weihnacht ist nicht die wahre Weihnacht.“ Kurt Marti, Schweizer Pfarrer und Schriftsteller

Mit zunehmendem Alter und nach erlebten Schicksalsschlägen mag man sich jedoch fragen, ob dieser ganze Trubel um die Geschenke überhaupt notwendig ist. Sollten nicht die Mitmenschen und die Familie im Mittelpunkt stehen? Vielleicht sind gemeinsame Zeit, Nähe und Vertrautheit die viel größeren Geschenke, die wir machen können. Da mag das materielle Geschenk doch noch so groß sein. Dass wir uns zu wenig Zeit im Laufe des Jahres für die Menschen genommen haben, die uns wichtig sind, macht es nie wett.

In diesem Sinne eine besinnliche Vorweihnachtszeit!

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