Die Psychologie des Smartphones

Wer hat hier eigentlich wen in der Hand?

Die Psychologie des Smartphones

SMS versenden – erysipel @ pixelio.de

Vorwort zur Digitalisierung

Alexander Mattisseck

Alexander Mattisseck

„Computer, Tablets und Smartphones realisieren Zugänge in die vernetzte, digitale Welt. Allerdings hat das Smartphone, wenn es um die Alltagstauglichkeit geht, einen immensen Vorteil: es ist handlich.So banal sich das vielleicht auch anhören mag, so faszinierend ist es auch zugleich. Diese kleinen Geräte schaffen es, E Mails, persönliche Nachrichten, Social Networks, Bilder, Videos und vieles mehr, binnen Sekunden zugänglich und in fast jeder Situation präsent zu machen. Auch wird nicht selten während des Arbeitens am PC, dennoch das Smartphone zum googlen benutzt, verrückt oder? Da stellt sich doch die Frage, was es mit diesen kleinen “Wundergeräten” auf sich hat.” Alexander Mattisseck, Bachelorand zum Thema Digitalisierung und Microsoft

Zwischen Allmacht und Ohnmacht

frederic-gogoll-alltag-erleben-de-75px

Frederic Gogoll

Heutzutage hat fast jeder ein Smartphone in der Tasche, es ist unser ständiger Wegbegleiter. Wir nutzen es jeden Tag und für jede erdenkliche Aufgabe, es gibt uns die Macht, Herr über fast jede Situation zu werden. Egal ob wir nach dem Weg suchen, mit dem Bus fahren, online shoppen, etwas ausrechnen oder wissen wollen – “alles ist scheinbar machbar”. Das Smartphone gibt uns über jede Situation die Allmacht. Wir können jeder Zeit auf alle Informationen die wir benötigen zugreifen, oder es bei Langeweile nutzen, um uns “in eine andere Wirklichkeit zu katapultieren”. Diese Möglichkeiten machen das Smartphone zu einem sehr attraktiven und begehrenswerten Objekt, für das wir bereit sind hohe Summen zu bezahlen.

Parallel Nutzung Handy im Alltag

Advantages and Disadvantages of Mobile Phones – blogmost.com

Durch die Smartphone Nutzung bekommen wir mehr Macht, gleichzeitig verlieren wir aber auch die Macht über die Situation in der wir uns befinden: Nicht nur wir gestalten unseren Alltag mit dem Smartphone, sondern auch das Smartphone gestaltet unseren Alltag. Es bringt uns nicht nur Macht sondern nimmt uns auch die Macht, selbst zu entscheiden wann wir es nutzen – “das ist nicht mehr ganz freiwillig”.

Wir werden zu ohnmächtigen Benutzer, und übertragen dem Smartphone die Kontrolle und Verantwortung. Auch das Wissen auf unserem Smartphone ist nicht unser Wissen, hier verlassen wir uns auf die Fähigkeiten unseres digitalen Begleiters – “durch diese ganzen Apps verblöde ich total, ohne mein iPhone wüsste ich vielleicht nicht die Straßennahmen und das Liniennetz.” Wir verlassen uns blind auf unser Smartphone und nutzen unser eigenes Wissen nicht mehr. Durch die Allmacht des Smartphones auf unseren Alltag, verstärkt sich die Häufigkeit und Abhängigkeit der Smartphone Nutzung und damit wieder die Macht über uns.

Menthal.org LogoKein Wunder also, dass die App Menthal Balance, die eigentlich nur für Marktforschungszwecke gedacht war, mittlerweile über 50.000 mal heruntergeladen wurde (bis der Server der Uni Bonn in die Knie ging) und uns aufzeigt, ob die Häufigkeit unserer Smartphonenutzung eigentlich noch normal ist, oder schon ohnmächtig – Die Grenze zwischen wirklicher Nützlichkeit im Alltag und Vereinnahmung durch die Nutzung.

Zwischen Beziehungs-Keeper und Beziehungs-Killer

Das Smartphone gibt uns die Möglichkeit, immer und überall zu kommunizieren und wird dadurch zum wichtigsten “Beziehungs-Keeper” für uns: Es ist so einfach wie nie zuvor in Kontakt zu bleiben. Wir können Freundschaften unabhängig von Entfernungen aufrecht erhalten und intensiv pflegen. Nur unser Smartphone ermöglicht uns so viel Kontakt zu unseren Freunden, unabhägig von Zeit und Aufenthaltsort. Ohne Smartphone würden diese Freundschaften so nicht existieren – Wer kein Smartphone hat fällt durch das neue Kommunikationsraster.

Gleichzeitig ist das Smartphone auch ein “Beziehungs-Killer”, da wir ihm ohnmächtig ausgeliefert sind und es uns ständig aus unserem Alltag heraus in die digitale Welt zieht – “ja selbst während eines Gesprächs ist meistens ein Smartphone vorhanden das einen ablenkt”. Die Fokussierung auf einzelne Beziehungen geht durch die mit dem Smartphone einhergehenden Flatrate-Kommunikationsmöglichkeiten verloren. Nach einer Umfrage von TNS Emnid werden Smartphones bei unter 30-Jährigen mit 40% als echte “Beziehungskiller” gesehen, weil sie eifersüchtig auf die Aufmerksamkeit des Partners bezüglich des Handys sind. Die Verbindung zur digitalen Parallelwelt erfordert ein Stück weit die Aufgaben der Verbindung zur analogen, haptischen Welt.

Dieses führt dazu, dass sich die Frage stellt “ist das Smartphone mein Freund oder Feind?” und zeigt damit gleichzeitig, dass das Smartphone für uns mehr als nur ein Gerät ist. Es ist ein lebendiger Teil des eigenen Lebens geworden – “mein halbes Leben (oder vielleicht mehr) ist das Iphone”. Es hat einen dauerhaften Einfluss auf uns und unsere Umwelt und ist, genau wie ein guter Freund oder Erzfeind, nicht aus unserem Leben wegzudenken.

Wie gefallen euch die Ergebnisse? Findet ihr euch mit eurem Erleben wieder?

Beste Grüße und ein schönes Wochenende,
Frederic & David

5 Kommentare zu “Die Psychologie des Smartphones
Schreibe jetzt einen weiteren Kommentar

  1. Pingback: alltag-erleben.de
  2. Hallöchen!

    Ich befasse mich in meinem höchstwissenschaftlichen Blog *hust* mit WhatsApp und natürlich den Folgen, die die Nutzung nach sich zieht.
    Interessanterweise gehe ich mit der Erkenntnis „Beziehungskiller“ und „Beziehungskeeper“ durch meine eigene Analyse unabhängig von euch konform. Zwar wäre ich auf diese Begriffe nicht gekommen, aber: (Auch) durch WhatsApp ist Kommunikation so intensiv geworden wie noch nie zuvor.
    Zum einem ist das gut, weil man gleichzeitig und vor allem günstig viele Kontakte aufeinmal pflegen kann. Zum anderen bededeutet dies auch Stress, nicht nur, weil während eines Gespräches noch fleißig weiter getippt wird. Sondern auch, weil man durch den Zeitstempel Kontrolle ausüben kann und die Flut an Nachrichten schon ziemlich auf den Senkel gehen kann.
    Für mich selbst ist mein Smartphone ein treuer Begleiter, welcher aber dennoch den ein oder anderen Fluch zu hören bekommt, besonders, wenn viele Leute gleichzeitig was von mir wollen. Wenn man sich selbst aber nicht zum Sklaven macht und das Ding einfach mal klingeln lässt, dann kann man eine durchaus entspannte Beziehung mit seinem mobilen Endgerät führen.

    Cheers!

    1. Hey Anjamanja,
      schön dich auch hier zu sehen und vielen Dank für den Kommentar =). Super, dass du damit konform gehst, oftmals kommen ja viele verschiedene Perspektiven auf ein und das selbe Thema zu ähnlichen Ergebnissen, haben nur eine andere Sprache.
      Für mich persönlich gab es schon einige Momente, wo ich das Smartphone von anderen am liebsten aus dem Fenster geworfen hätte :D.

      Liebe Grüße,
      David

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.